Entwässerungssystem für eine bestehende Terrasse nachrüsten
Wechselhafte Jahreszeiten mit zunehmenden Starkregenereignissen stellen Terrassen vor eine harte Probe. Stehendes Wasser, das sich nicht abführen lässt, schädigt den Belag, die angrenzenden Flächen und im schlimmsten Fall das Gebäude selbst. Eine Terrasse sollte ein nutzbarer Außenbereich sein – kein Auffangbecken.
Wurde bei der ursprünglichen Verlegung keine ausreichende Entwässerung eingeplant, ist das kein Grund zur Resignation. Eine nachträgliche Entwässerungslösung lässt sich in den meisten Fällen ohne großen Aufwand einbauen. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie Terrassenrinnen fachgerecht nachrüsten.
Bestandsaufnahme der Terrassenfläche
Vor Beginn der Verlegung sollte die Fläche sorgfältig analysiert werden. Identifizieren Sie Tiefpunkte und Bereiche, in denen sich Regenwasser regelmäßig sammelt. Prüfen Sie das Gefälle mit einer Wasserwaage. Bilden sich großflächige Pfützen in der Flächenmitte, kann eine Anpassung des Belagniveaus erforderlich sein. Ist das nicht möglich, werden die Entwässerungsrinnen gezielt in diesen Tiefbereichen verlegt.
Die richtige Rinne auswählen
Das Angebot an Entwässerungsrinnen ist vielfältig. Für die Nachrüstung auf Terrassen ist in der Regel die Lastklasse A15 maßgebend – sie ist für Fußgängerbereiche und leicht befahrene Flächen ausgelegt. Darüber hinaus stehen flache und tiefe Ausführungen zur Wahl. Die Einbautiefe bestimmt die Abflusskapazität: Wer tiefer ausschachten kann, profitiert bei Starkregen von deutlich mehr Reservekapazität.
Verlegebereich vorbereiten
Befreien Sie die Terrassenfläche von Schmutz, Bewuchs und Hindernissen. Markieren Sie den Verlauf der Rinnen mit Maßband, Schnurgerüst und Kreide auf dem Untergrund.
Graben ausheben
Heben Sie entlang der markierten Linie einen Graben in der erforderlichen Tiefe und Breite aus. Achten Sie darauf, dass der Graben ein kontinuierliches Gefälle zum Ablaufpunkt aufweist.
Rinnen einbauen
Füllen Sie den Graben zunächst mit ausreichend Beton, sodass die Rinnen satt aufliegen und auf dem richtigen Höhenniveau sitzen. Drücken Sie die Rinnen in den frischen Beton und stellen Sie ein Längsgefälle von 5 % zum Ablauf sicher. Verbinden Sie die einzelnen Rinnensegmente entsprechend der Grabenlänge.
Rinnen sichern
Die Rinnen müssen fest im Beton verankert sein und bündig mit der Terrassenoberfläche abschließen, um Stolperkanten zu vermeiden und ein sauberes Erscheinungsbild zu gewährleisten.
Entwässerungssystem prüfen
Vor der Abnahme ist das Entwässerungssystem zu testen. Gießen Sie Wasser in die Rinnen oder simulieren Sie Regen mit einem Schlauch und beobachten Sie den Wasserablauf. Prüfen Sie alle Verbindungen und Übergänge auf Dichtigkeit und korrigieren Sie etwaige Abflusshindernisse.
Verfüllen und Oberfläche herstellen
Nach erfolgreicher Prüfung wird der Graben mit Beton verfüllt, um den Rinnen seitlichen Halt und Stabilität zu geben. Stellen Sie sicher, dass der Beton vollflächig an der Rinne anliegt. Offene Fugen und Anschlussbereiche werden abschließend mit einem geeigneten Belagmaterial geschlossen.
Wartung und Pflege
Regelmäßige Wartung sichert die Funktion der Terrassenrinnen dauerhaft. Reinigen Sie die Rinnen in regelmäßigen Abständen und entfernen Sie Laub, Schmutz und sonstige Ablagerungen, die den Wasserablauf behindern können. Kontrollieren Sie die Rinnen auf Beschädigungen und beheben Sie Mängel frühzeitig.
Fazit
Das Nachrüsten von Terrassenrinnen ist eine wirkungsvolle Maßnahme zur Regenwasserbewirtschaftung und zum Schutz des Terrassenbelags. Wer die beschriebenen Arbeitsschritte sorgfältig ausführt, erhält ein dauerhaft funktionsfähiges Entwässerungssystem und kann seine Terrasse das ganze Jahr über uneingeschränkt nutzen.